Winterzugänge Seite aktualisiert am: 30.08.2010

Winterzugänge zur Silvrettahütte

Zur Silvrettahütte führen im Winter vier Hauptzugänge: zwei von unten und zwei von oben. Der "Normalzustieg" via Galtürtälli ist mit einer professionellen Wintermarkierung versehen und auch bei schlechten Sichtverhältnissen für geübte Skitourengänger gut zu finden.

 

Die Winterzugänge zur Silvrettahütte sind deutlich einfacher als in vielen Büchern etc. beschrieben! Die Anforderung beim Zustieg von Klosters liegt in der Länge; dieser ist via Galtürtälli jedoch stets gespurt. Die nachfolgenden detaillierten Beschreibungen können bei schlechten Sichtverhältnissen hilfreich sein.


Kartenmaterial:

  • 25’000er CH-Landeskarte
    Blatt 1198 ‚Silvretta’
    Blatt 1178 ‚Gross Litzner’
  • 50’000er CH-Landeskarte
    Blatt 249S ‚Tarasp’ (mit Skirouten)
  • 25’000er DAV-Karte
    Blatt 26 ‚Silvretta’ (mit Skirouten)

Sämtliche Kartenblätter sind auch in der Hütte erhätllich!

 

Alle beschriebenen Winterzugänge sind auch mit Schneeschuhen gut zu begehen (Südhang Rote Furka ggf. mit aufgebundenen Schneeschuhen). Von einer Winterbegehung oder – Befahren des direkten Sommer-Hüttenwegs ab Alp Sardasca ist dringend abzuraten (auf älteren Ausgaben der DAV-Karte fälschlicherweise als Winterroute eingezeichnet). – Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall beim Hüttenwart nach den aktuellen Verhältnissen im Gebiet!


Aufstieg von Klosters/Alp Sardasca

Der Normalaufstieg von Sardasca (bis dahin über die zugeschneite Alpstrasse) führt entlang einer Winterstangenmarkierung durchs Galtürtälli. Von der Alphütte weg ostwärts fast flach in den Einschnitt des Silvretta-Bachs. In diesem kurz hinauf (NE-wärts) bis der Einschnitt auf ca. 1780 müM mit kurzer Traverse (Sommer-Alpweg) nach rechts/südwärts verlassen werden kann zur ersten, schon von weitem sichtbaren Wintermarkierungsstange auf dem "Silvretta-Eck" (Stahlstangen, 6m hoch, nummeriert, Richtungszeiger auf beide Seiten mit Distanz und Richtungszahl zur nächsten Stange, mit Stahlplättchen, das bei starkem Wind hörbar gegen die Stange schlägt). Entlang der Stangen über Silvretta-Eck hoch erreicht man via Alphütte Silvretta (P. 2064, Stange Nr.5) und Galtürtälli den kleinen Pass (P.2449, Stange Nr.13) NNE oberhalb der Silvrettahütte. Kurze Abfahrt mit nochmals drei Stangen durch ein Moränentälchen zur Hütte (2341müM, Stange Nr.17).

Gelände/Skitechnik: Etwas eng und 25-30° steil ist der Anfang des Silvretta-Ecks. Ansonsten keine technischen Probleme auf der ganzen Route.

Lawinensituation: Der Zugang bis Alp Sardasca ist an „normalen“ Tourentagen nirgends lawinengefährdet; nach Grossschneefällen ev. kritischer einzuschätzen. Bei Frühlingsverhältnissen/starker Erwärmung ist unbedingt der tageszeitliche Anstieg der Lawinengefahr zu beachten. Nach der Alphütte ist vom Bach (ca. P.1680) bis zum Erreichen des Geländerückens der Einschnitt des Silvrettabachs zügig zu durchschreiten. (In fortgeschrittener Saison ist die ‚Hüttenwang’ (Südhang) meistens bereits ausgeapert/entladen.) Anschliessend besteht entlang der Stangenmarkierung bis zum Pass an normalen Tourentagen kaum Lawinengefährdung. Der kurze 30°-Schlusshang zum Pass (NW-exponiert) kann mit einem kurz N-wärts ausholenden Bogen in Richtung Tällispitz umgangen werden. ca. 4,5 std von Garfiun, ca. 5,5 std von Monbiel


Aufstiegsvariante von Klosters/Alp Sardasca durchs Verstancla-Tal

Von der Alp Sardasca in grossem Bogen erst SE-wärts (eher in Aufstiegsrichtung links des Bachs), dann E-wärts (nun besser rechts des Bachs) durch den riesigen Einschnitt des Verstancla bis auf eine Höhe von 2200m. Von hier in einem 180°-Bogen über eine elegante Rampe N-wärts zu P.2350 (grosse rot-schwarze Markierungsstange) und dann auf einem Rücken in gerader Linie N-wärts an den Rand des Gletschervorfelds hinauf (ca. 2400m). Hier trifft man auf den ersten grossen Winter-Steinmann. Weiterhin N-wärts mit drei weiteren Winter-Steinmännern bis P.2463 (grosser Holzwegweiser) und mit kurzer Abfahrt SW-wärts (zwei weitere Steinmänner) erreicht man die Silvrettahütte. (Auch auf der Abfahrt vom Verstanclator ist mit kurzem Aufstieg über die geschilderte Rampe die Silvrettahütte leicht zu erreichen.)

Gelände/Skitechnik: Zwei bis drei Spitzkehren auf dem kurzen Geländerücken (ca. 30°) zwischen 2350 und 2400m sind das einzige technische „Hindernis“ auf dieser Route.

Lawinensituation: Vom Betreten des Verstancla-Einschnitts weg bis zu seinem Verlassen auf 2200m sind die beidseits steilen Flanken unbedingt zu beachten (grosse Talflanken-Lawinen nach grösseren Neuschneefällen und insbesondere beim Durchweichen der Schneedecke im Frühjahr)! Die anschliessende Rampe auf 2400m hinauf ist bei bedachter Spuranlage kaum lawinengefährdet. Entlang der Steinmänner übers Gletschervorfeld keine Lawinengefährdung. (Auf der 50'000er-CH-Skiroutenkarte traversiert die Aufstiegsroute ab 2350m vor dem weiteren Aufstieg westwärts bis ins Rosställi - von dieser Linienwahl ist abzuraten!) ca. 4,5 std von Garfiun, ca. 5,5 std von Monbiel

Der Aufstieg durchs Verstancla ist eine elegante Alternative, trotz etwas längerer Distanz oft eine Spur schneller als der "Normalaufstieg". Die Lawinensituation ist allerdings gut zu beachten!


Abfahrt vom Silvrettagletscher/Silvrettapass

Am Silvrettapass treffen sich die Hauptrouten von der Fuorcla dal Cunfin (Wiesbadner Hütte und Piz Buin) sowie von der Chamanna Tuoi. Die steilere Gletscherstufe zwischen Silvrettapass (2994m) und dem NW tiefer gelegenen Gletscherbecken (ca. 2800m) überwindet man mit Vorteil mit einer Art sanftem ‚S’ (auf 2900m ein Stück weit N- bis NNE-wärts). Dann W-wärts in der nördlichen Hälfte der Gletschers hinab bis zu seinem Ende. Am nördlichen Rand der Gletscherzunge, wo die 2500er-Höhenkurve mit deutlichem Knick an den Gletscher stösst, trifft man auf den ersten grossen Winter-Steinmann (P.2499). Erst W-wärts bis zum grossen Holzwegweiser (P.2463), dann WSW-wärts weisen die Steinmänner den Weg zur Silvrettahütte (2341m).

Gelände/Skitechnik: Sanftes Gletschergelände ohne skifahrerische Probleme. Bei schlechten Sichtverhältnissen ist es empfehlenswert, sich strikt an die Steinmänner-Markierung zu halten, um den richtigen Ausgang aus den verschiedenen Moränentälchen nicht zu verfehlen.

Lawinensituation: Die steilere Gletscherstufe auf 2900m ist bei sehr ungünstigen Verhältnissen zu beachten. Anschliessend keine Lawinengefährdung, wenn man sich weit genug vom Fuss der Rotflue-Rote Furka-Flanke entfernt hält.

Gletscher/Spalten: Im Winter ist kaum je ein angeseilter Skiläufer auf dem Silvrettagletscher zu entdecken… Dennoch handelt es sich um einen ausgewachsenen alpinen Eisstrom, mitnichten spaltenfrei, der entsprechend der Verhältnisse (zu Beginn der Wintersaison, im Frühjahr bei fortgeschrittener Tageszeit, in einem schneearmen Winter, bei schlechter Sicht, usw.) bedacht und ggf. mit der nötigen Ausrüstung angegangen werden soll! (gilt auch für alle andern Gletscher-Routen im Silvrettagebiet) ca. 0,5 std vom Silvrettapass, ca. 3 std von Wiesbadnerhütte, ca. 3,5 std von Tuoihütte (Zeitangaben mit Ski)


Abfahrt von der Roten Furka

Die Rote Furka wird von der österreichischen Seite (von Saarbrücker Hütte und Bielerhöhe) her leicht erreicht. Von der Passmulde (Grenztafel und Wegweiser) in der Mulde gerade SSE-wärts bis an den Beginn des Steilhangs zum Gletscher hinunter. (Der Sommerweg traversiert leicht ansteigend nach rechts hinaus und ist im Winter/Frühjahr weder begeh- noch befahrbar!) Der Steilhang (35 – 40° über 80 Höhenmeter) wird in Falllinie befahren, oder etwas einfacher: rechtshaltend Höhe abbauen und das steilste Stück mit einer Traverse nach links (E-wärts) überwinden. Auf dem Gletscher trifft man auf die Route vom Silvrettapass her (siehe oben).

Gelände/Skitechnik: Abgesehen von besagtem Steilhang einfaches Skigelände. In umgekehrter Richtung im Aufstieg zur Roten Furka werden die Skier je nach Verhältnissen oft über die Steilstufe hinauf getragen.

Lawinensituation: Im Nordaufstieg erfordert nur die Schlussstufe zum Pass hinauf die nötige Vorsicht. Den Südhang zum Silvrettagletscher hinunter befährt man bei eher kritischer Lage tendenziell besser in direkter Linie als mit der ansonsten "klassischen" hohen Traverse nach links hinaus. Ist der Südhang von nördlichen Winden frisch eingeblasen, ist grosse Vorsicht geboten. Im Südhang entspannt sich die Situation jedoch meist rasch wieder.

Gletscher/Spalten: Das kurze Stück auf der Gletscherzunge abwärts ist praktisch spaltenfrei. ca. 0,5 std von Roter Furka, ca. 3,5 std von Bielerhöhe, ca. 3,5 std von Wiesbadnerhütte (Zeitangaben mit Ski)


Seilbahn und Tunnelbus ab Partenen

Betrieb in der Frühjahrssaison 2009 voraussichtlich bis 3.Mai !

AKTUELL


Sommerevents

Feuer in den Alpen

Am 14. August brennt auch oberhalb der Silvrettahütte ein Mahnfeuer zur Erhaltung des alpinen Lebensraums.

>>>In der Silvretta

>>>Hintergründe




Auf einen Blick!

Quickinfo2010.pdf

AGB.pdf


Gletscherpfad

Natur pur!

Der Silvretta Gletscher-lehrpfad ist jederzeit bestens begehbar.

>>>Infos Lehrpfad

>>>Gletscherbilder